Von der Nickelhütte zu "Achat": Wieder mehr als 1000 Arbeitsplätze
Gewerbegebiet in St. Egidien fast komplett belegt - Oris Fahrzeugteile erweitert erneut Produktion
Das heutige Gewerbegebiet "Achat".
Foto: Andreas Kretschel
St. Egidien/Lichtenstein. 18 Jahre nach der Schließung der Nickelhütte St. Egidien gibt es auf dem Areal der ehemaligen Produktionsstätten wieder so viele Arbeitsplätze wie einst: mehr als 1000. Denn dort, wo seit 1961 9,2 Millionen Tonnen Nickelerz zu 54.000 Tonnen Nickel verarbeitet wurden, hat sich nach der Schließung das Gewerbegebiet "Achat" Lichtenstein/St. Egidien entwickelt. "Und das sind alles Vollarbeitskräfte", betont Dirk Trinks, Geschäftsführer des Technologiezentrum Lichtenstein.
Insgesamt 52 Hektar umfasst die Fläche. 10 Hektar davon sind Grünflächen, die restlichen 40 Hektar sind fast komplett verkauft. "Damit ist das Gewerbegebiet so gut wie ausgelastet", so Lichtensteins Bürgermeister Wolfgang Sedner (CDU), der zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Gewerbegebiet "Am Auersberg/Achat" ist. Die Investoren kommen aus der Textilindustrie, der Dämmstoffproduktion und der Kfz-Zulieferindustrie.
Die Zahl der Arbeitsplätze hat sich kontinuierlich nach oben entwickelt. Von anfänglich 160 im Jahr 1994 auf 250 im Jahr 1995 und schließlich mehr als 900 im Jahr 2000. Seitdem war der Anstieg zwar geringer, aber stetig auf 960 im vergangenen Jahr und nunmehr über 1000.
Anteil daran hat auch die Oris Fahrzeugteile GmbH, die die Entwicklung des Gewerbegebietes von Anfang an miterlebt hat. Bereits 1992 angesiedelt, hat das Unternehmen seitdem fünfmal seine Produktion am Standort St. Egidien erweitert. In der kommenden Woche steht die feierliche Einweihung des jüngsten Projektes an: der insgesamt sechsten Erweiterung.
Seit März dieses Jahres wurde auf dem Firmengelände ein Hallenanbau errichtet, der rund 4000 Quadratmeter groß ist. Der Grund für die Vergrößerung: neue Aufträge bestehender sowie neuer Kunden. Das sind laut Geschäftsführer Frank Riemer-Keller Fahrezeughersteller aus ganz Europa sowie Asien, die bei Oris unter anderem abschwenkbare Anhängekupplungen bauen lassen.
Rund 5,5 Millionen Euro hat das Unternehmen in diesem Jahr investiert - allerdings nicht nur in die Halle, sondern auch in neue Maschinen. Außerdem musste der Parkplatz für die Mitarbeiter verlegt werden, weil an dessen bisheriger Stelle die neue Produktionshalle errichtet wurde.
Mit der Produktionsfläche wird aller Voraussicht nach auch die Zahl der Mitarbeiter weiter wachsen. Derzeit beschäftigt der Automobilzulieferer rund 280 Mitarbeiter. "Wir werden uns auf jeden Fall verstärken müssen, auch bei den Technikern und Ingenieuren", versichert Geschäftsführer Riemer-Keller, ohne schon konkrete Zahlen nennen zu können. Angefangen hatte das Unternehmen am Standort St. Egidien einst mit 25 Mitarbeitern. Momentan werden zudem fünf Lehrlinge ausgebildet. Platz und Pläne für weitere Vergrößerungen in den kommenden zehn Jahren gibt es bereits.
Von Annegret Heine
Erschienen am 17.11.2008
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