Töpferin initiiert ersten Weihnachtsmarkt
Julia Naether will für den 3. Advent in Halsbrücke ein Kulturprogramm organisieren
Bevor das verschiedene Steinzeug in den Brennofen kommt, muss es an der Luft langsam trocknen.
Foto: Rolf Rudolph
Halsbrücke. Am 3. Adventswochenende erlebt Halsbrücke eine Premiere. Erstmals will die Töpferin Julia Naether einen kleinen Weihnachtsmarkt im Ort veranstalten. Dann soll es neben einem Kulturprogramm mit Klezmer-, Tango- und Folkmusik sowie Filmvorführungen auch eine Märchenstunde geben. Handwerker aus der Region werden ihre Produkte anbieten.
Julia Naether zog mit ihrer Töpfer-Werkstatt vom Reinsberger Ortsteil Burkersdorf in die alte Schule Am Sandberg in Halsbrücke um. "Hier habe ich große Räume mit hellem Tageslicht", sagt die Handwerkerin, die im neuen Domizil bereits produzieren kann. Auf der Töpferscheibe entstehen unter ihren geschickten Händen gegenwärtig große Krüge, die sie neu ins Sortiment aufgenommen hat. "Diese werden in zwei Teilen gefertigt und später zu einem Stück zusammengesetzt", verrät die Fachfrau.
In einer aus Steinen zusammengesetzten Wanne lagert sie ihre Tonvorräte. Die holt sich Julia Naether aus Thüringen von einer Halde. "Früher habe ich mit aufgearbeitetem Ton gearbeitet. Heute nehme ich das Material so, wie es aus der Erde kommt. Es ist gröber und es sind noch ein paar andere Bestandteile drin", erläutert die Töpferin. Vor der Verarbeitung muss der Rohstoff eingeweicht werden.
Manchmal gibt Julia Naether noch etwas Schamotte hinzu, um eine rauere Oberfläche zu bekommen. Oder sie mischt roten mit grauem Ton, was den Krügen eine typische Farbe gibt. Ist das gewünschte Gefäß geformt, muss es noch gebrannt werden. Die 32-Jährige benutzt dazu einen Ofen, der mit Gas beheizt wird und eine Temperatur von etwa 1300 Grad entwickelt.
Einige Produkte brennt Julia Naether aber im Holzofenfeuer bei einer Kollegin. Hierbei muss sie 22 Stunden lang ständig nachlegen, um die Temperatur von 1300 Grad zu halten. Die Handwerkerin ist sich sicher: "Im Feuer gebrannt, sehen die Stücke lebendiger und immer etwas anders aus."
Von Rolf Rudolph
Erschienen am 17.11.2008
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