Freiberger Architekten planen für Mittweida
"Konzept Studio ar 01" entwirft Fassade für Seminargebäude - Trio findet bundesweit Beachtung
Freiberg/Mittweida.Der Entwurf wird in Mittweida für Diskussionen sorgen, ist sich Tilo Glöß sicher. Der 35-Jährige ist ein Geschäftsführer des Freiberger "Konzept Studios ar 01". Die drei Architekten haben für das Labor- und Seminargebäude Haus 8 der Hochschule Mittweida eine ungewöhnliche Fassade entwickelt: Der DDR-Plattenbau soll nächstes Jahr mit gold eloxiertem Streckmetall verkleidet werden.
"Die Farbe korrespondiert mit der des Hörsaalgebäudes, und das Material bewirkt eine Verschattung bei hoch stehender Sonne, lässt aber noch genug Licht durch", erläutert Mitgesellschafter Michael Milew. Bislang hätten die Studenten und Mitarbeiter der Hochschule hier im Sommer mit der Hitze zu kämpfen gehabt. Zudem entstehe hinter der neuen Fassade Platz für einen zweiten Rettungsweg.
"Die Fensterfront des Gebäudes ist nach Süden ausgerichtet. Das bringt zwar das meiste Sonnenlicht, aber im Hochsommer auch zu hohe Temperaturen", erläutert Glöß. Das Wärmekonzept für ein Gebäude müsse immer im Gesamtpaket betrachtet werden, so der Fachmann: "Energieeinsparungen sind ein wichtiger Aspekt, aber Vorrang hat, dass sich die Nutzer wohlfühlen."
Mit dieser Philosophie haben der gebürtige Brand-Erbisdorfer und seine beiden Partner inzwischen sogar bundesweit Beachtung gefunden. Das Magazin "Stern" berichtet in seinem Journal über ein Energiesparhaus, das das Trio für eine Familie in Auerbach entworfen hat. Das Gebäude mit 190 Quadratmetern Wohnfläche wird mit der Erdwärme aus einem Tiefbrunnen beheizt; mit 800 Euro pro Jahr liegen die Kosten dafür nach Angaben des Magazins ein Drittel niedriger als bei "normalen" Häusern dieser Größe.
Die 60 Quadratmeter große Fensterfront gen Südwesten ist dreifach verglast und mit Industriejalousien versehen, wie man sie von Werkhallen oder Bürogebäuden kennt. "Das war für die Hersteller auch mal was Neues, an einem kleinen Objekt zu arbeiten", so Glöß. Zum Konzept gehört auch, dass Regenwasser aufgefangen und genutzt wird. (JAN)
Erschienen am 14.11.2008
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