Langenauerin definiert die Schrankwand völlig neu
Nicole Kluge sorgt mit verdrehtem Möbelstück für Aufsehen
Nicole Kluge mit ihrem Möbelstück "twinkle".
Foto: Klaus Ebert
Brand-Erbisdorf/Langenau. "Das ist so einfach und doch so genial." Diese Worte hat Nicole Kluge aus Langenau in den vergangenen Tagen häufiger gehört. Und sie verbucht sie jedes Mal als Kompliment. Denn das, was alle Betrachter loben und ihr eine Einladung zu einer großen Messe eingebracht hat, ist auch genial. Genial einfach.
Nicole hat einen kleinen Schrank gebaut. Mit zwei größeren Stauräumen und zwei Schubladen. Klingt nicht besonders originell, bis man den Schrank sieht. "Es sind eigentlich nur vier Würfel, die an einer Wand hängen", beschreibt die 27-Jährige ihr Möbelstück. "Man schaut sozusagen die Rückwand des Schrankes an." Will jemand etwas hineinlegen in den Schrank - denn dafür ist er ja schließlich da - so muss er nicht die Tür öffnen, sondern den ganzen Rest.
"Die Türen kleben sozusagen an der Wand, und wenn man zum Beispiel einen Schieber öffnen will, zieht man nicht am Griff, um das Innere rauszuziehen, sondern man zieht an der Außenhülle", versucht Nicole in Worte zu fassen, was man eigentlich gesehen haben muss, um es richtig zu begreifen.
Da der Schrank auch verkehrt herum seinen Zweck erfüllt, hat er gute Chancen, in modern eingerichteten Wohnzimmern einen Platz zu finden. "Es sollte ein schlichtes, weißes Möbelstück werden, das auch ein wenig überrascht", so die Studentin der Innenarchitektur über ihr Semesterprojekt. Beim Öffnen nämlich springt einem förmlich die Farbe neongrün ins Gesicht. Oder besser gesagt, sie funkelt einen an, was dem Möbel den Namen "twinkle" einbrachte.
Von Thomas Reibetanz
Erschienen am 11.11.2008
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