47-Jährige will Brandruine wieder aufbauen
Gemeinde Pfaffroda richtet nach tragischen Ereignissen des Wochenendes umgehend Spendenkonto ein
Haselbach. In der Brandruine des alten Fachwerkhauses in Haselbach haben nach den tragischen Ereignissen des Wochenendes am Montag bereits die Aufräumarbeiten begonnen. Das Gebäude war zunächst stummer Zeuge eines Eifersuchtsdramas geworden: Ein 49-Jähriger hatte mit seiner Schrotflinte auf die Haustür geschossen. Später verschanzte er sich mit seiner Waffe in dem Haus seiner Ex-Freundin, bevor er an mehreren Stellen Feuer legte und sich dann mit seiner eigenen Waffe erschoss.
Obwohl das Gebäude nach den verheerenden Flammen und den Unmengen Löschwasser gegenwärtig völlig unbewohnbar ist, will es die 47-jährige Hausbesitzerin wieder aufbauen. Einen Lebensmut, mit dem sie auch Pfaffrodas Bürgermeister Reiner Lippmann (CDU) beeindruckt. "Sie war so dankbar, dass sie im Haus trotz allem noch Dinge gefunden hat, die unversehrt sind - unter anderem Geschirr und Kleidungsstücke", resümiert er ein erstes Treffen mit ihr am am Montagnachmittag. Schon am Dienstag soll es Gespräche mit der Versicherung geben.
Unterdessen sucht der Bürgermeister dringend nach einer Wohnung für die drei Betroffenen. Neben der 47-Jährigen und ihrem Bekannten wohnte eine Tochter noch mit im Haus. Allerdings gestaltet sich die Suche schwierig, denn die Gemeinde selbst hat derzeit keine Wohnung mehr frei. "Alle vermietet", konstatiert Reiner Lippmann.
Deshalb hofft er auf die Unterstützung durch die privaten Vermieter in Pfaffroda und auch allen Ortsteilen, dass sie eine geeignete Wohnung zur Verfügung stellen können. Die Gemeinde würde die Vermittlung übernehmen (Kontakt: 037360 667990). Sollte sich kurzfristig keine Lösung für das Wohnungsproblem finden, müsse notfalls auf Pensionen oder Ferienwohnungen zurückgegriffen werden.
Das Gemeindeoberhaupt ist froh, dass die Familie trotz der dramatischen Vorkommnisse im Dorf bleiben will. Deshalb sei seitens der Gemeinde auch umgehend ein Spendenkonto eingerichtet worden. Aber auch aus der Bevölkerung habe es am Montag bereits erste Hilfsangebote gegeben.
Unterdessen hat die am Montag vorgenommene Obduktion den Verdacht der Polizei bestätigt, dass es sich bei dem am frühen Sonntagmorgen in dem Haus gefundenen Toten um den 49-Jährigen handelt. Auslöser für seine Tat könnte nach den Worten von Oberstaatsanwalt Bernd Vogel das Auto des Bekannten der 47-Jährigen gewesen sein, das der Täter beim Haus seiner Ex-Freundin gesehen hat.
Spendenkonto:
Das Spendenkonto ist bei der Sparkasse Mittleres Erzgebirge (Bankleitzahl 87053000) unter der Kontonummer 3312000024 eingerichtet - Verwendungszweck: Hilfe für Familie Claus.
Von Antje Flath
Erschienen am 17.11.2008
|