Freie Termine gibt's erst ab Januar
Engpass in Aue hat ein Ende: Augenarzt aus Tschechien nimmt Arbeit im Medizinischen Versorgungszentrum auf
Er will Patienten im Westerzgebirge helfen: Tomas Sojka arbeitet als Augenarzt in Aue.
Foto: Marcel Weidlich
Aue. Er soll helfen, die Not zu lindern: Augenarzt Dr. Tomas Sojka hat in diesem Monat seine Arbeit im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Aue aufgenommen. Am Montag wurde der 38-Jährige offiziell im Helios-Klinikum vorgestellt.
Mit dem Engagement des Tschechen geht ein zuletzt achtmonatiger Engpass zu Ende. Denn im Februar hatten zwei Augenärzte ein nur sechsmonatiges "Gastspiel" in Aue beendet. Damit standen damals die Patienten im Westerzgebirge erneut im Regen.
Zahlreiche Versuche des Klinikums, aber auch der Stadt, wieder einen Fachmann nach Aue zu holen, scheiterten nicht zuletzt an bürokratischen Hürden - die für Mediziner aus Osteuropa recht hoch sind. Tomas Sojka hat nun alle Hindernisse überwunden und sich im MVZ bereits eingerichtet. Dass bereits jetzt Termine für Januar ausgegeben werden zeigt, wie groß der Bedarf an einem Augenarzt ist.
Indes bringt Sojkas Arbeit nicht nur für die Patienten Erleichterung. Auch Dr. Leon Kohen und seine Kollegen können aufatmen. Der Chefarzt für Augenheilkunde im Auer Klinikum sagte: "Wir haben zahlreiche Patienten mit betreut. Vielen war es nicht zuzumuten, nach Zwickau oder Annaberg zum Augenarzt zu fahren." Routineuntersuchungen jedoch konnten die Klinikangestellten nicht mit übernehmen. "Allerdings haben sich die in der Region ansässigen Mediziner sehr um die Auer Patienten bemüht."
Laut Kassenärztlicher Vereinigung gibt es jetzt im Altkreis Aue-Schwarzenberg noch Bedarf für einen weiteren Augenarzt. Man muss nur einen finden. Heinrich Kohl, Auer Oberbürgermeister und Verwaltungsfachmann, hat in den vergangenen Monaten die Anforderungen der Kassenärztlichen Vereinigung ausführlich kennen lernen können.
Deswegen gilt für ihn auch: Vorbeugen ist besser als heilen. Neben der Suche nach einem weiteren Augenarzt sei für ihn auch wichtig, die Entwicklung in anderen Fachgebieten im Auge zu behalten. "Nicht, dass wir wieder erst kurz vorher darauf aufmerksam werden, dass einige Praxen geschlossen werden und eine Versorgungslücke entsteht", erinnerte er am Montag an die Situation vor wenigen Jahren, als die Misere in Aue begonnen hatte.
Derweil wird weiter in das MVZ investiert. Nach 120.000 Euro im vergangenen Jahr sollen in diesem Jahr noch einmal 130.000 Euro fließen - für Ultraschalltechnik und für einen Laser. "Der ersetzt zwei alte Geräte. Mit dem neuen dauert eine Operation nur noch fünf bis sieben Minuten statt wie bisher eine halbe Stunde", so Leon Kohen.
Von Sara Thiel
Erschienen am 17.11.2008
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