Oberwiesenthaler Hoteliers wollen von "positivem Trend" nichts wissen
Ferienpark-Chef Ellinger fordert von der Stadt, mehr Geld aus Kurtax-Einnahmen für Veranstaltungen zu verwenden
Oberwiesenthal. Für fragende Gesichter unter den Oberwiesenthaler Hoteliers hat Bürgermeister Mirko Ernst mit seiner aktuellen Statistik zu den Übernachtungszahlen in der Stadt gesorgt. Jens Ellinger, Geschäftsführer des Ferienparks, kann sich nicht erklären, woher das Plus von 23.973 Übernachtungen im Vergleich zu 2007 kommen soll.
"Es wäre schön, wenn wir diesen positiven Trend auch erkennen könnten", so Ellinger, dem sowohl Peter Reichert, Hoteldirektor Birkenhof, als auch Britta Melles, Direktorin Hotel "Am Fichtelberg", zustimmten. Eher das Gegenteil sei der Fall: "Uns steht das Wasser langsam bis zum Hals."
Ihren Aussagen zufolge müssten sie in ihren Einrichtungen einen Rückgang der Übernachtungen bilanzieren. Die Ursachen dafür liegen ihrer Ansicht nach zu einem nicht unwesentlichen Teil bei der Stadt. "Trotz Einnahmen von mehr als 700.000 Euro an Kurtaxe werden nur rund 40.000 Euro für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt", kritisiert Ellinger.
Das sei eindeutig zu wenig, um damit "überregional aufzufallen". "Wir wissen ja noch nicht einmal, mit welchen Veranstaltungen die 40.000 Euro untersetzt sind", so der Ferienpark-Chef. "Das stimmt nicht", kontert Ernst. Im Veranstaltungskalender der Stadt sei alles niedergeschrieben. Als große Events für 2009 seien die beiden Radsportveranstaltungen Sachsentour und Trans Bike Germany geplant. Auch werde es wieder das Maibaum setzen sowie das Sommerfest geben.
Diese Vorhaben sind Ellinger zu wenig spektakulär, um etwa von Funk und Fernsehen wahrgenommen zu werden. Er wünsche sich drei, vier richtige "Kracher" pro Jahr. Geld dafür nehme die Stadt über die Kurtaxe genügend ein. "Wenn ich aber lese, dass neben den rund 200.000 Euro Personalkosten für die Gästeinformation und das Kurtaxmanagement noch einmal Ausgaben von 100.000 Euro für Verwaltungskosten als interne Verrechnung stehen, geht mir der Hut hoch", sagt Ellinger.
Dieses Geld solle nach Ansicht der Hoteliers für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. "Wenn hier das erste Haus schließen muss, ist Polen offen", betont der Ferienpark-Chef mit Verweis auf die Arbeitsplätze die direkt und indirekt betroffen sind.
Von Thomas Wittig
Erschienen am 17.11.2008
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