Firmen ärgert der Klau am Bau
Jüngster Fall: Container in Limbach-Oberfrohna ausgeraubt - Über 120 Diebstähle bereits in diesem Jahr
Nicht nur abgeschiedene Baustellen sind gefragte Orte der Diebe, auch Großbaustellen wie die A 72 (Foto: bei Penig). Vom Bau der A 72 bei Niederfrohna entwendeten Langfinger einen Turbolader.
Foto: Wiegand Sturm/Archiv
Chemnitzer Umland. Einen Baucontainer der Firma Rühlig-Bau, der am Jahn-Haus in Limbach-Oberfrohna steht, haben am Wochenende Diebe ausgeraubt. "Es wurde alles mitgenommen, vom Nagel bis zum Schraubenzieher", ärgert sich Geschäftsführer Kai Rühlig. Seine Leute konnten am Montagmorgen nicht arbeiten, hinzu kommen die Rennerei und der hohe Wiederbeschaffungspreis. Der Container sei zweifach gesichert gewesen, gegenüber befinde sich die ständig besetzte Feuerwache, wundert sich Rühlig über die Dreistigkeit der Täter.
Kein Einzelfall: Fast jeden zweiten Tag betätigen sich Langfinger auf Baustellen in der Region. Bis Ende Oktober wurden der Polizeidirektion 124 Fälle von Klau am Bau bekannt, ist von Polizeisprecherin Jana Kindt zu erfahren. 2007 waren es insgesamt 161 Diebstähle.
Betroffen davon war auch schon das Unternehmen Delling Bau aus Claußnitz. Ein Verdichtungsgerät wurde gestohlen, und Diesel erst vor wenigen Tagen aus Baufahrzeugen abgezapft, so Mitgesellschafter Oliver Delling. Man könne da nicht viel machen. "Der Verdichter lag in einer 2,50 Meter tiefen Grube und war zweifach gesichert: mit dicker Kette und dem Baggerlöffel", so Delling.
Er hat beobachtet, dass selbst, wenn nichts gefunden wird, hinterher alles demoliert oder beschmiert wird. Das Hartmannsdorfer Unternehmen HBR Bau- und Recycling-Gesellschaft hingegen war in jüngster Zeit nicht von Diebstählen betroffen. "Vielleicht hatten wir einfach nur Glück", meint HBR-Geschäftsführer Volker Brabandt. Er verweist aber darauf, dass Geräte abends meist noch auf den Bauhof gebracht werden.
Auch die Beschäftigten der Oberlichtenauer Baugesellschaft würden Werkzeugkisten mit nach Hause nehmen, so Chefin Inge Oehme. Auf einer Baustelle habe man aber die Erfahrung gemacht, dass selbst Videokameras nicht vor Diebstahl schützen. "Neben den Schaden verärgert vor allem die Bauverzögerung, die diese Diebstähle verursachen", weiß Oehme.
Mehr in die Sicherung von Baustelleneinrichtung zu investieren, rät Kriminalhauptkommissar Frank Arnold von der Polizeilichen Beratungsstelle. Oftmals seien Container nur mit einem Vorhängeschloss gesichert. Empfehlenswert wäre auch, Zufahrten zuzustellen und Rüttelplatten mit Baggerschaufeln zu beschweren. Die Beratungsstelle würde dazu kostenlos Hinweise geben. Bisher hätte aber noch kein einziges Bauunternehmen diese Möglichkeit genutzt, bedauert Arnold.
Von Gudrun Müller
Erschienen am 17.11.2008
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