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Freie Presse - Lokalredaktion Chemnitz

Gewerbegebiet soll weiter wachsen

Hartmannsdorfer befürchten, dass mit der "Reichensteuer" viele Baumaßnahmen im Ort verhindert werden


Hartmannsdorf."Wenn die als Reichensteuer bezeichnete Abgabe für die Kommunen kommt, müssen wir einen Teil unserer Vorhaben abschreiben", sagte Bürgermeister Uwe Weinert (CDU). "Das erwischt uns knallhart", fügte er an. Noch seien aber keine Zahlen bekannt. Der Solidaritätsgedanke sei von der Sache her in Ordnung. Er hoffe allerdings, dass ein Modell gewählt werde, bei dem Kommunen Anspruch auf Rückzahlung ihrer Beiträge haben, sobald es ihnen wirtschaftlich schlechter gehe.

Im nächsten Jahr soll in Hartmannsdorf Geld in den Ausbau der Oberen und Unteren Hauptstraße fließen. Zudem peilt die Kommune eine Erweiterung des Gewerbegebietes an der Burgstädter Straße an. Außerdem sollen Grünflächen neu gestaltet und der Kinderspielplatz am Bad erweitert werden.

Eile geboten sei nach Ansicht des Ortschefs bei der Vergrößerung des Gewerbegebietes an der Burgstädter Straße. Vorgesehen sei, mit einem dritten Erschließungs-Abschnitt die Fläche um etwa sechs Hektar zu erweitern. Derzeit erstreckt sich das Gewerbegebiet über rund 60 Hektar. "Diese Fläche ist zu etwa 98 Prozent belegt. Der Rest genügt nicht, um die gestiegene Nachfrage zu decken. Seit die neue Autobahn gebaut ist, sind Investoren da, die nur darauf warten, dass wir etwas tun", betonte der Bürgermeister.

Mit den Zustand der Oberen und Untere Hauptstraße ist der Gemeinderat seit langem unzufrieden. 2007 hatten beide Straßen im Zuge des Autobahnbaus ihren Status als Kreisstraßen verloren und waren zu Ortsstraßen geworden. Bis auf einen kurzen, aufwändig sanierten Abschnitt im Niederdorf handle es sich um etwa vier Kilometer besonders schlechte Verkehrswege. Hinzu komme der Verlauf über und neben dem Dorfbach. Das werde zusätzlich für hohe Kosten sorgen, fürchten sie.

Bereits 2005 habe ein Gutachten des Straßenbauamtes Chemnitz ergeben, dass 7 von 13 Bauwerken, darunter Brücken und Stützwände, in schlechtem Zustand sind. Die Straßen weiter so stiefmütterlich zu behandeln, wie es ihrer Ansicht nach der Landkreis Mittweida über viele Jahre getan hat, könne nicht mehr hingenommen werden. Da nach der Umstufung zumindest noch ein finanzieller Ausgleich habe vereinbart werden können, sieht auch Weinert den Ort nun in der Pflicht. Überdies zwinge die schadhafte Bachmauer und das Fehlen von Fußwegen zum Handeln, sagte er.

Service:

In einer Einwohnerversammlung wollen die Gemeinderäte am Montag ihre Vorstellungen erläutern. Die Veranstaltung beginnt Donnerstag um 19 Uhr im Bürgersaal.


Von Rita Türpe

Erschienen am 12.11.2008

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